Ein Schritt zu sich selbst
Ursula, 47jährige Frau mit müden Augen und zu einem Zopf gebundenen hellbraunen Haaren, verließ an fast jedem Werktag gegen zehn Uhr das Haus gemeinsam mit ihrer Tochter Leni. Ende März war das Wetter in Köln noch kühl: Pfützen glitzerten zwischen den Schneeresten, und ein leichter Wind flüsterte, dass der Frühling sich noch nicht ganz losgerüttelt hatte. Leni war 22Jahre alt, sah aus wie eine ganz normale junge Frau nur ein bisschen zu wachsam, als lauschte sie jedem Geräusch. Vor einigen Wochen hatte ihr Psychotherapeut ihr geraten, das TagesKlinikProgramm für Angststörungen zu besuchen. Ursula nahm den Hinweis mit einer Mischung aus Erleichterung und Sorge auf: Sie wollte glauben, dass ihrer Tochter geholfen würde, doch das Wort Klinik klang gleichzeitig beängstigend.
Wie an jedem anderen Tag gingen sie zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle. Ursula fuhr an den Ampeln vor, damit Leni nicht von hupenden Autos erschrickt, und sie erreichten das Klinikgebäude pünktlich.
Die Fachleute erklärten, dass der Tagesaufenthalt einer erweiterten Therapie gleichkäme: Die Patienten verbringen fast den ganzen Tag dort, kehren aber abends nach Hause zurück. Für Angehörige gibt es Besuchszeiten von neun bis achtzehn Uhr, solange man die Regeln beachtet Jacken im Garderobenschrank, Haubenschuhe anziehen und das Handy lautlos schalten. Ursula merkte, dass sie ihr Handy bereits beim Betreten ausgestellt hatte, um Leni nicht durch ein plötzliches Klingeln zu irritieren. Leni zuckte bei lauten Geräuschen leicht zusammen, also bemühte sich Ursula, eine möglichst ruhige Atmosphäre zu schaffen. Schon am Morgen spürte sie das Ziehen: mehrere Stunden würden in den sterilen Fluren der Klinik vergehen, wo das übliche Frühlingslicht durch gleichmäßiges, weißes Lampenlicht ersetzt wurde und leise Gespräche der Ärzte zu hören waren.
Die letzten Monate waren für Ursula nicht leicht. Sie arbeitete in einer kleinen Personalvermittlung, telefonierte mit Bewerbern, half beim Ausfüllen von Bewerbungsunterlagen und jonglierte ständig. Lenis Ängste hatten sich schleichend eingeschlichen: Schon während des Studiums verpasste sie Vorlesungen, fürchtete Menschenmengen und klagte über Herzrasen vor Prüfungen. Anfangs schrieb Ursula das auf typischen Studentenstress zurück, doch nach mehreren Panikattacken suchten sie professionelle Hilfe. So wurde klar, dass sie das Tempo des Familienlebens drosseln und Leni genauer im Auge behalten musste. Ursula dachte, der heutige Plan Leni in die Klinik zu geben und gleichzeitig bei ihr zu bleiben bringe etwas Neues in ihr Leben, das sie bisher bewusst gemieden hatte. Tief im Inneren hoffte sie, ihrer Tochter Ruhe zu schenken, doch sie gab sich nicht zu, dass sie selbst häufig zu angespannt war und die eigene Unruhe zu unterdrücken versuchte.
Ursula zog ihren warmen, langen Mantel im Garderobenschrank aus und seufzte, als sie die Haubenschuhe anzog. Leni drückte ihre Hand, bevor die Schwester sie zum ersten Untersuchungstermin brachte. Ursula schlenderte ein Stück den Flur hinunter und sah, dass sich hier Menschen unterschiedlichen Alters versammelt hatten. Viele waren wie sie, über vierzig, manche nervös, andere gelassener. In einer Ecke stand ein Ehepaar, das leise miteinander sprach ihr Sohn war offenbar Patient. Neben ihnen saß eine Frau mit einer Tasche auf dem Schoß, erschöpft, aber bemüht, jedem vorbeigehenden Arzt zulächeln zu wollen. Sofort lag eine gespannte Stimmung in der Luft: Alle warteten darauf, ihre Angehörigen zu sehen, doch niemand wollte dem anderen zu nahe treten.
Ursula hielt zunächst Abstand, weil ihr eigener Gedankenkreis schon voll war: Was würden die Ärzte Leni sagen? Würde die Diagnose komplizierter ausfallen als ein angstbezogenes Störungsbild? In ihrer Nähe saß jedoch eine weitere Mutter, etwa fünfzig, mit kurzem Bob und einem Ohrring im rechten Ohr. Sie wirkte freundlich, ihr Blick verriet jedoch Müdigkeit. Aus Langeweile und ein wenig Aufregung setzte sich Ursula zu ihr, nickte zur Begrüßung, und die Frau antwortete leise: Sind Sie auch das erste Mal hier? Ich habe meine Tochter schon in einem anderen Haus betreut, dort war alles nur Formalität, hier geht es anders. Ursula nickte und meinte, sie hoffe ebenfalls auf ein gutes Ergebnis: Leni geht es gerade nicht leicht, aber die Ärzte betonten, dass die Tagesklinik mehr bietet als nur Medikamente Gruppentraining und psychologische Übungen. Die beiden plauderten schnell, tauschten Sorgen aus. Die Fremde stellte sich als Gudrun vor und erklärte, dass hier auch Eltern in die Therapie einbezogen werden: Wir bekamen ein gemeinsames Beratungsgespräch angeboten vielleicht hilft das. Ursula fühlte, wie sie das eigene Unbehagen in den Geschichten der anderen wiedererkannte.
Eine Schwester in hellem Kittel kam und sagte, dass die Spezialisten gerade im Zeitplan liegen, die genauen Konsultationszeiten aber variieren können. Man müsse eventuell eine halbe bis ganze Stunde im Flur warten. Ursula blickte auf die Uhr, erinnerte sich, dass sie kurzzeitig noch zur Arbeit fahren müsste, doch jetzt wollte sie lieber bei Leni bleiben. Der Gedanke an Telefonate und EMails ließ sie leicht ärgern, als hätte sie Versäumnisse zu beichten. Gudrun bemerkte das und schlug vor, in die Cafeteria im Erdgeschoss zu gehen und einen Tee zu trinken. Ein bisschen Ablenkung schadet nie, sagte sie, und Ursula stimmte zu. Sie gingen die Treppe hinunter, fanden einen winzigen Aufenthaltsbereich mit ein paar Tischen. Im schwachen Lampenlicht schenkte sich Ursula einen Tee, schmeckte aber kaum etwas. Ihre Gedanken drehten sich nur um Leni. Sie wird wohl gerade untersucht, hoffentlich nicht allzu erschrocken, murmelte sie, während sie immer wieder auf ihr lautloses Handy schaute.
Zurück im Flur bemerkte Ursula, dass sich dort mehr Bewegung einstellte: Patienten verließen die Behandlungsräume, manche gingen zu Gruppensitzungen, andere erledigten Formalitäten beim Empfang. Die Schwester brachte Leni zurück, und das Mädchen setzte sich neben die Mutter, ein wenig verlegen, nachdem der Arzt nach der Häufigkeit ihrer Panikattacken gefragt und ein Beruhigungsmittel verordnet hatte. Als Leni kurz zur Toilette ging, tauchte Gudrun wieder auf, diesmal mit ihrer Tochter, einer kleinen braunen Kleine. Sie stritten leise über etwas, versuchten jedoch, leise zu bleiben. Keine Sorge, Sie gewöhnen sich an den Plan. Und wann beginnen die Gruppen? fragte Gudrun. Ursula seufzte: Noch nichts Konkretes, man will uns bis Mittag informieren. Ich glaube, wir bleiben heute noch eine Weile. Durch die Tür hörte sie ein leises Schluchzen, das von einem Arztzimmer kam, und das Flüstern über Untersuchungen. Es wurde klar, dass die Wände dieser Klinik schon schwerwiegendere Fälle gesehen hatten als Lenis.
Plötzlich erinnerte sich Ursula an ein Gespräch vom Vorjahr, als Leni gestand, dass sie manchmal nicht tief durchatmen könne, als würde ihr Brustkorb sich zusammenziehen. Ursula hatte ihr dann rational erklärt, dass es nur Angst sei. Jetzt, im halbgeräuschlosen Flur, wurde ihr bewusst, dass diese Empfindungen ihr selbst nicht fremd waren. Es gab Abende, an denen Ursula zwischen Haushalt und Arbeit jonglierte, und schon das Telefon eines Kunden brachte ihr Herz zum Rasen. Sie sagte sich immer: Nur Müdigkeit, nichts Ernstes. Doch beim Blick auf die anderen Eltern, die jedes Geräusch zu horchen schienen, erkannte sie das gleiche Zittern in ihren Augen.
Zur Mittagszeit entwickelte sich bei vielen Angehörigen ein kleiner Kompromiss mit ihrer eigenen Unsicherheit: Einige gingen nach draußen, um frische Luft zu schnappen, andere lasen Broschüren über Therapieprogramme. Ursula entdeckte ein Plakat mit dem Hinweis: Angst bei Angehörigen ist ebenso wichtig wie bei Patienten. Diese Zeile löste ein ungewohntes Kribbeln im Brustbereich aus. Sie sah sich um: Gudrun wartete geduldig auf ihre Tochter, das Ehepaar diskutierte hitzig über den Sohn, und alle schienen hier zu sein, um jemandem zu helfen und zugleich selbst Hilfe zu suchen.
Ein diensthabender Arzt kam den Flur entlang, lächelte Ursula und fragte, ob alles in Ordnung sei. Sie nickte mechanisch, obwohl die Angst bis zum Hals stieg. Sie war so in Lenis Sorgen vertieft, dass sie kaum bemerkte, wie sehr sie selbst die Schultern zuckte. Jetzt stand sie an einem Scheideweg: Weiter so tun, als habe sie alles im Griff, oder zugeben, dass sie selbst Unterstützung braucht. Tief im Innern wählte sie Letzteres.
Sie atmete bewusst ein, blickte auf die Uhr am Ende des Flurs kurz bevor Lenis Termin enden würde, worauf die Ärzte wohl die Angehörigen zu einem kurzen Gespräch einladen würden. In diesem Moment spürte sie, dass es keinen zurück gibt. Sie musste ihre Tochter unterstützen und gleichzeitig den Mut finden, sich selbst ehrlich anzusehen. Sie wusste nicht, wie sie das laut aussprechen sollte, aber sie war sich sicher, dass die nächste Minute ihr Leben verändern würde. Sie ballte die Hände, stand vom Stuhl auf und fühlte, dass sie eine wichtige Entscheidung getroffen hatte. Nichts würde mehr so sein wie zuvor.
Ursula setzte sich wieder auf einen harten Stuhl im Flur, als Leni mit hängenden Schultern aus dem Behandlungszimmer kam. Es war bereits später Nachmittag, das Licht drang trüb durchs Fenster der Tag neigte sich dem Abend zu. Leni trat zu ihrer Mutter, erzählte, dass ihr für die kommenden Wochen ein Medikament verordnet wurde und man dann den Verlauf beobachten würde. Der Arzt wollte beide zu einem gemeinsamen Gespräch einladen, bat sie jedoch, noch ein wenig zu warten. Ursula lächelte flüchtig, spürte Lenis Zittern ein Zeichen dafür, dass das Gespräch mit dem Therapeuten ihr Kopfweh bereitet hatte. Gleichzeitig fühlte Ursula eine merkwürdige Erleichterung: Ihre Tochter bekam Hilfe, doch das Ganze verlangte von beiden noch mehr Geduld und Kraft. Und das Wichtigste: Auch sie selbst musste endlich das Gespräch über ihre eigenen Sorgen suchen.
Inzwischen kam Gudrun, mit der sie den Tag über befreundet war, und setzte sich leise zu ihr. Ihre Tochter stand ein paar Meter entfernt und blätterte durch eine Broschüre zu Gruppensitzungen. Ursula fragte, wie die Untersuchung bei ihnen verlief. Gudrun wirkte etwas zerstreut, als könne sie die Gedanken nicht zu einem Satz ordnen: Ich glaube, wir kommen ohne ein paar Sitzungen nicht weiter. Der Arzt sagte, das Programm ist umfassend: Übungen, Vorträge, Gespräche mit Fachleuten. Sie richtete den Blick auf Leni, lächelte warm: Weißt du, Ursula, ich glaube, unsere Kinder erwarten, dass wir sie sicher durchs Leben führen. Und wir kämpfen manchmal selbst, um nicht zu fallen. Ursula nickte, spürte, wie ein warmer Kloß in die Kehle stieg. Genau so erging es ihr: Während sie nur an Lenis Ängste dachte, hatte sie ihre eigenen Gefühle aus den Augen verloren.
Während die Patienten von einem Raum zum anderen gingen, versuchten die Eltern, den Ablauf nicht zu stören. Manche flüsterten kurz mit den Geschwistern, andere blätterten in einem Buch, doch immer wieder warfen alle einen Blick auf die Uhr: Die Termine und Gruppensitzungen konnten bis acht Uhr abends dauern. Ursula spürte, wie ihr Rücken vom langen Sitzen schmerzte, und schlug Leni vor, ein Stück den Flur entlang zu spazieren. Das Mädchen stimmte zu, scheinbar ein wenig beruhigt, das Medikament sollte die hohe Angst reduzieren. Während sie zwischen einem Infostand für Angehörige und einem kleinen Tisch mit Einwegbechern hin und her gingen, fragte Leni plötzlich leise: Mama, hast du das auch? Diese Ängste Ursula hatte nie gedacht, dass ihr Kind den Stress, den sie selbst als Arbeitsstress abtaufte, so klar durchschaut. Ja, manchmal, gab sie zu. Die Schulter zuckte, doch zugleich fühlte sie ein leichtes Aufatmen.
Ein kurzer Ruf rief eine Schwester herbei, die ankündigte, dass ein FamilienTherapieraum jetzt für Besucher geöffnet sei. Sie können an einem MiniGespräch teilnehmen, um den weiteren Plan zu besprechen, sagte sie und winkte. Ursula prüfte reflexartig, ob ihr Handy vibrierte es war still. Gemeinsam betraten sie einen kleinen Raum mit einem schlichten Tisch und zwei Stühlen. Hinter dem Tisch saß ein Arzt um die fünfzig, freundlich dreinblickend. Er nickte, hörte Lenis kurzen Bericht über ihr Befinden und wandte sich dann an Ursula.
Wie geht es Ihnen?, fragte er fast flüsternd. Ursula bekam plötzlich Angst, zu antworten. Doch sie erinnerte sich an das Zittern in ihren Händen, die verschwitzten Handflächen, die nächtlichen Aufwachmomente mit wirrem Unbehagen. Sie atmete tief ein und sagte, dass es nicht leicht sei. Ich dachte, das Wichtigste wäre Lenis Therapie. Aber anscheinend muss ich meine eigene Angst auch in den Griff bekommen. Der Arzt nickte verständnisvoll, erklärte, dass die Einrichtung Gruppen nicht nur für Patienten, sondern auch für Angehörige anbiete, die unter emotionaler Erschöpfung und Ängsten litten. Falls Sie möchten, können wir Sie zu einem Termin bei unserer Psychologin eintragen, schlug er ruhig vor. Viele Eltern berichten, dass das hilft. Ursula sah Leni an und bemerkte ein offenes Nicken in deren Augen: Auch du kannst das probieren, Mama. Das Herz der Mutter schmolz ein wenig vor Dankbarkeit. Sie begriff, dass Leni sie nicht als unzerstörbare sah, sondern einfach nur als jemanden, der neben ihr steht.
Sie verließen den Raum, nur noch wenige Besucher waren übrig. Gudrun stand in der Nähe, winkte, als sie sah, dass sie gingen. Ihre Tochter hatte die Schuhe gewechselt und war bereit zu gehen. Gudrun kam herüber, fragte lächelnd: Alles in Ordnung bei Ihnen? Ursula antwortete leicht resigniert: Ja Ich glaube, ich melde mich auch zu den ElternGruppen an. Es wird Zeit, nicht nur die Kinder, sondern auch mich selbst zu pflegen. Gudrun nickte weise: Mein Psychologe sagt immer: Wenn wir nicht gut geschlafen und erschöpft sind, können wir andere kaum unterstützen. Sie bat um die Kontaktdaten, um an die Termine zu erinnern Ursula war einverstanden.
Ursula zog ihren Mantel an, überprüfte, ob Leni noch etwas brauchte, und wartete, bis das Mädchen die Straßenschuhe anzog. Noch etwa eine Stunde bis zum Schließungsende der Tagesklinik, und das Personal bereitete die Listen für die morgigen Abläufe vor. Gudrun und ihre Tochter verabschiedeten sich, versprachen, sich bei den AtemÜbungen zu treffen. Ursula blickte ihnen nach und spürte eine eigenartige Mischung aus Verwirrung und Freude: An einem Ort, der ihr anfangs fremd erschien, traf sie nun Menschen, die dieselben Schwierigkeiten teilten. Ein plötzliches Gefühl der Gemeinsamkeit mit anderen Eltern entstand, mehr als nur ein Austausch von Sorgen.
Als sie nach draußen traten, wehte ein kühler Wind. Der Himmel war grau, Laternen entlang der Straße gingen gemächlich an. Auf einer Bank gegenüber dem Klinikgebäude warteten ein paar Leute, die ihre Bekannten erwarteten. Ursula sah in ihnen ihr eigenes Spiegelbild: ängstliche Blicke und das Bemühen, stark zu wirken, um nicht zu zerbrechen. Doch innerlich fühlte sie sich nicht mehr allein. Noch vor ein paar Stunden hatte sie Angst, über die eigenen Probleme zu reden, weil das Schwäche bedeutete. Jetzt verstand sie das Gegenteil: Die größte Angst entsteht, wenn man sie vor allen Augen verbirgt.
Sie schlenderten gemächlich zur Bushaltestelle, achteten darauf, dass Leni nicht durch laute Autos erschrickt. Als in der Ferne ein Bus auftauchte, drehte Leni den Kopf zur Mutter. Bereust du es überhaupt, diese Gespräche zu machen?, fragte sie leise. Ursula legte die Hand auf Lenis Schulter. Kein bisschen. Wenn wir beide aus diesem Labyrinth rausfinden wollen, müssen wir beide mit anpacken. Leni nickte und umarmte ihre Mutter leicht. In Ursulas Gesicht breitete sich das Bewusstsein aus: Sie ist nicht nur für ihre Tochter da, sondern hat auch das Recht, selbst Unterstützung zu bekommen. Während sie auf den Bus warteten, lauschten sie dem Rauschen der Reifen auf nassem Asphalt.
Als die Türen des Busses schließlich öffneten, begleitete Ursula Leni hinein. Der Innenraum war trocken und etwas eng, doch sie setzten sich nebeneinander. Sie überlegte, wie viele Sitzungen der zweiwöchige Kurs eigentlich erfordern würde, und dachte, dass sie morgen mehr erfahren würden. Wichtig war, dass sie die Entscheidung getroffen hatte: Sie würde nicht länger sich selbst vergessen. Leni lehnte den Kopf an das Fenster, Ursula spürte einen leichten Schmerz im Rücken, richtete die Schultern auf und schaute hinaus. HinterAls der Bus durch die beginnende Dämmerung rollte, flüsterte Ursula leise: Vielleicht wird das hier ja unser neuer LieblingsTherapieraum.







