Svetlana stand an der Tür, mit den Schlüsseln in der Hand, und fühlte zum ersten Mal seit Jahren inneren Frieden. Keinerlei Angst, kein Schuldgefühl – nur kalte, klare Entschlossenheit.

12. November 2025

Heute stand Heike an der Türschwelle, Schlüssel in der Hand, und zum ersten Mal seit Jahren spürte sie eine innere Ruhe. Keine Angst, kein Vorwurf nur eine kühle, klare Entschlossenheit.

Ich habe meine Entscheidung geändert, Frau Arnold. Sie wohnen seit drei Jahren kostenlos hier. Ab heute endet das, sagte ich.

Heike flüsterte: Was soll ich sagen, mein Kind? Wo soll ich hingehen? Ich bin doch deine Verwandte! Ihre Stimme zitterte.

Meine Verwandte ist die, die mich respektiert, nicht die, die mich Faulenzerin nennt, antwortete Heike ruhig. Die Schwiegermutter versuchte zu lächeln, doch in ihren Augen funkelte ein verräterisches Licht.

Hat dir Lukas etwa etwas eingebrockt? Er ist jugendlich, impulsiv, sagt Dinge, ohne nachzudenken Ignorier ihn, Heike! versuchte Irma zu beschwichtigen.

Nein, Irma. Er wiederholt nur, was du ihm seit Jahren einflößt, sagte Heike fest. Dass ich nicht arbeite, auf seinem Rücken lebe, verhässlich geworden bin. Weißt du, wie lächerlich das ist?

Irmas Gesicht erbleichte.

Ich ich wollte nur, dass es euch gut geht

Wunderbar, hob Heike die Augenbrauen leicht. Von jetzt an wird es euch gut gehen nur nicht mehr in dieser Wohnung.

Als Lukas am Abend nach Hause kam, herrschte Stille in der kleinen Wohnung in der Sonnenstraße. Auf dem Tisch stand ein gedecktes Abendessen, daneben ein Blatt Papier.

Da ich arbeiten will, habe ich einen Job gefunden.
Die Wohnung in der Sonnenstraße wird vermietet.
Mama kann zu dir ziehen.
Der Schlüssel liegt bei der Post. Heike
Lukas las die Notiz einmal, dann zweimal. Er konnte es nicht fassen.

Was für ein Unsinn, murmelte er, während er bereits die Nummer seiner Mutter wählte.

Mama? Bist du zu Hause?

Zuhause?!, schrie Irma ins Telefon. Wirf mich raus! Ich bin völlig durchgedreht! Sie sagte, ich solle meine Koffer packen und nach einer halben Stunde kam ein Mann mit einem Vertrag die neuen Mieter!

Warte das stimmt? Sie hat die Wohnung wirklich abgegeben?

Natürlich, ich habe Zeugen!

Ich bin sofort unterwegs!

Lukas stürmte in die Sonnenstraße. Der Geruch von gestern noch im Flur, aber jetzt standen Kartons und Koffer bereit. Ein junges Paar stand im Wohnzimmer ein junger Mann mit Brille und ein Mädchen mit honigrotem Haar, das eine Katze namens Mieze hielt.

Entschuldigung, wer sind Sie?, fragte der junge Mann ruhig.

Lukas wollte protestieren, fand jedoch keinen Ton. Stattdessen wählte er Heikes Nummer.

Was zum Teufel hast du getan?!, schrie er, als sie abhob. Du hast die Wohnung abgegeben, in der meine Mutter wohnte?!

Ja, antwortete Heike gelassen. Faulenzerinnen müssen auch Geld verdienen, nicht wahr?

Mach keinen Spaß!, schrie Lukas. Wo soll meine Mutter jetzt hin?

zu dir. Du bist doch der Mann, das Oberhaupt der Familie. Beweise es.

Heike, brach seine Stimme. Findest du das nicht übertrieben? Wir sind doch Familie.

Sie lächelte leise, aber ohne Wärme.

Familie? Als ich bis zur Erschöpfung arbeitete, war ich eure Dienerin. Als ich stoppte, wurde ich zur Faulenzerin. Jetzt bin ich einfach ich selbst.

Und was wirst du jetzt tun?, fragte er verzweifelt.

Arbeiten. Aber für mich selbst, nicht für euch.

Ein Monat verging. Heike hatte ein kleines Büro im Zentrum von Berlin gemietet und begann als Innenarchitektin zu arbeiten etwas, das sie schon immer liebte, aber immer wieder aufschob. Die ersten Kunden kamen über eine Freundin, dann über Weiterempfehlungen. Das Geschäft wuchs.

Morgens stand sie mit einem Lächeln auf, spürte zum ersten Mal, dass sie ihr eigenes, echtes Leben führte.

Lukas hingegen versuchte zunächst, sie zu überreden. Er schickte Nachrichten, rief an, drohte, flehte, klagte bei Freunden, dass seine Frau verrückt geworden und seine Mutter rausgeworfen hat. Allmählich verstummte das Getöse.

Seine Mutter zog in die kleine Zweizimmerwohnung ein, das Geld reichte kaum. Auf der Arbeit wurde Lukas plötzlich überflüssig und gekündigt.

An einem Samstagnachmittag klopfte er mutig an Heikes Tür. Drinnen hörte man Lachen und die Stimme eines Mannes.

Als die Tür sich öffnete, erstarrte Lukas. Heike stand dort, ruhig und schön, an ihrer Seite ein großer, eleganter Mann mit einem Blumenstrauß.

Lukas?, fragte sie überrascht. Was machst du hier?

Er schwieg lange.

Ich wollte reden. Vielleicht die Sache klären.

Heike sah ihn ernst an, seufzte dann.

Lukas, jahrelang habe ich versucht, dir zu gefallen. Jetzt bin ich endlich glücklich. Und weißt du was? Danke dir. Ohne das Wort Faulenzerin wäre ich nie aufgewacht.

Sie lächelte sanft, ihre Augen ohne Groll, nur mit Gelassenheit.

Ich wünsche dir alles Gute, Lukas. Und deiner Mutter ebenfalls.

Die Tür schloss sich langsam. Lukas blieb allein im Treppenhaus. Sein Blick fiel auf das Schild neben der Tür:

Dein Zuhause Immobilien.

Ein leises Lachen drang von innen.

Dann wurde Heike klar: Ein Zuhause ist nicht nur eine Wohnung, ein Hypothekendarlehen oder ein Name am Klingelbecken. Zuhause ist dort, wo man in Ruhe atmen kann. Und dieses Zuhause gehörte jetzt ihr.

Ich habe gelernt, dass wahre Freiheit im Inneren liegt und dass man erst dann glücklich wird, wenn man den Mut hat, sich selbst zu wählen.

Rate article
Svetlana stand an der Tür, mit den Schlüsseln in der Hand, und fühlte zum ersten Mal seit Jahren inneren Frieden. Keinerlei Angst, kein Schuldgefühl – nur kalte, klare Entschlossenheit.
Are You My Happiness?