„Oh, mein Sohn ist angekommen – Evdokija freut sich sehr!“

Ach, mein Junge ist da rief Erna, als sie ihn sah.
Niklas drückte die Mütze an der Tür aus: Hey, Mama. Ich, stockte er, ich bin nicht allein. Und er schob den schmächtigen Typen in Brille und Rucksack nach vorn.

Ach du meine Güte, das ist ja mein Enkel. Ist das der Fritz oder der Lukas? Ohne Brille erkenne ich das ja nicht.
Niklas ließ sich in den Stuhl fallen.

Na, setz ihn auf. Das ist der Friedel, mein uneheliches Kind. Erinnerst du dich, dass Zita und ich uns ein Jahr getrennt haben? Dann kam ich zu Viktor, und der kleine Friedel wurde geboren. Und ich habe ihn natürlich fälschlicherweise auf mich genommen.

Erna schnaubte: Warum sprichst du so vor dem Kind, das noch gar nichts von deinem schlampigen Leben mitbekommt? Friedel, geh doch kurz ins Wohnzimmer und schau fern, während wir hier mit deinem Vater klären.

Der Junge stand schweigend auf und verschwand ins Zimmer. Erna flüsterte leise: Weiß denn Zita von ihm? Sie mochte die Ehe meines Sohnes nie, war eine Streitsucht und ein Schwätzer.

Niklas zuckte zusammen: Was, Mutter? Wenn sie das wüsste, wäre sie längst aus dem Haus geflüchtet. Aber ich habe ihn selbst von Grund auf aufgebaut.

Erna seufzte: Du bist ja wirklich ein Chaot. Kein Mann, eher ein Tollpatsch, immer unter Liselottes Fuchtel. Wie hast du es nur geschafft, neben meinem Sohn ein Kind zu haben, das ist ja fast ein Wunder. Und warum bringst du ihn zu mir? Liselotte wird das nie verzeihen.

Niklas erklärte nervös: Viktor wollte heiraten, ist dann nach Süddeutschland abgehauen, nur für einen Monat. Dann rief er an und sagte: Nimm das Kind, wohin du willst, bring es nach Hause. Ich war völlig durchgedreht, meine Frau würde uns beide rausschmeißen. Sie drohte, es schlecht zu machen, wenn ich nicht einlade. Ich soll dir eine Geburtsurkunde bringen und du machst, was du willst. Das wäre das Ende für mich. Viktor hat mich fast ein halbes Jahr nicht angesprochen. Deshalb dachte ich, lass ihn einen Monat bei dir bleiben, dann hol ich ihn wieder ab.

Erna schüttelte den Kopf: Du warst schon als Kind so, und bleibst es. Du bist immer ein Wrack, aber ich helfe dir. Also, wo soll ich ihn hinstellen? Lass ihn hier bleiben. Nur mal er ist nicht aus meiner Familie, meinst du?

Niklas winkte ab: Mein Kind, kein Zweifel. Viktor ist auch kein Schnuckel, aber die Frau ist treu.

Stille. Erna sprang auf: Was mach ich hier? Lass mich wenigstens was vom Weg kriegen.

Niklas stand auf: Tut mir leid, Mama, ich muss los. Liselotte wartet zu Hause. Ich hab gesagt, ich fahr nach Berlin, um Ersatzteile zu holen. Fütter Friedel und ich geh.

Erna umarmte ihren chaotischen Sohn und flüsterte: Geh Gott behütet, mein kleiner Spross.

Friedel aß hastig, ohne vom Teller zu schauen.

Möchtest du noch was? fragte Erna mitleidig, als er fertig war.

Nein, danke, stand er auf.

Geh nach draußen und spiel, ich koch was. Und was hast du da im Rucksack?

Sachen, murmelte er.

Erna nickte: Wirst du sie selbst waschen oder muss ich das machen?

Er blickte ängstlich zu ihr: Ich kann nicht waschen. Meine Mama hat immer gewaschen.

Erna hob den leichten Rucksack: Dann geh, ich schau nach und spüle das schmutzige Zeug.

Er ging, und sie sortierte ein paar T-Shirts, ein Shorts und ein paar Unterhosen.

Nicht viel, dachte sie, keine warme Jacke, typisch MamiStil. Sie tauchte die Klamotten in ein Becken und machte einen Kirschkuchen.

Plötzlich hörte sie von draußen einen Schrei. Sie rannte nach vorn, ohne die Hände vom Mehl zu schütteln.

Was ist passiert?

Friedel jaulte und hielt sich das Bein: Eine Gans hat mich gestochen. Es tut weh.

Warum bist du an die Gänse gegangen? Die stehen da drüben, du warst doch im Hof, fragte sie und sah das rote Pflaster.

Ich wollte sie nur anschauen, schluchzte Friedel.

Hast du die Gänse nie gesehen?

Ja, aber ich bin nie nah rangegangen.

Sie nahm ihn an die Hand: Komm rein, ich reibe ein Salbensalbe drauf.

Nach dem Essen legte sie ihn auf die Couch und konnte nicht einschlafen. Das Leben war doch ganz schön verrückt. Sie hätte ihren Enkel nicht zu einer fremden Oma schicken sollen. Der Junge war klein, die Hose teuer. Dann hörte sie ein leises Schluchzen. Sie lauschte und hörte, wie ein Junge weinte. Leise ging sie zu ihm: Was ist los, mein Sohn? Gefällt dir das hier nicht? Warte ab, ein Monat vergeht, und Mama holt dich zurück.

Er setzte sich auf und flüsterte: Sie holen mich nicht. Ich hörte, wie Oma und Onkel Vito sagen, dass ich in ein Heim komme, wenn sie zurückkommen. Dann holen sie mich nur an den Ferien. Aber ich will zu Mama nach Hause. Solange Onkel Vito nicht kommt, bin ich hier. Und Onkel Klaus nennt mich nicht bei meinem Namen. Ihr seid nett, aber ich gehöre nicht zu euch.

Ernas Herz zog sich zusammen. Sie umarmte seinen dünnen Körper.

Weine nicht, kleiner Friedel. Ich lass dich nicht im Stich. Willst du, dass ich mit deiner Mama rede und du bei mir bleibst? Wir haben hier eine gute Schule und nette Lehrer. Wir gehen zusammen Pilze und Beeren sammeln, melken die Kuh. Du bist so schwach, aber mit frischer Milch bekommst du Kraft. Glaubst du das nicht? Morgen stelle ich dich meinem Freund Paul vor, er ist stark und rund wie ein Pfannkuchen.

Er drückte sie an den Hals: Ich will. Und du wirst mich nicht täuschen?

Erna küsste ihn sanft auf den Scheitel: Natürlich nicht.

Jahre vergingen. Valentina kam ab und zu, brachte Geschenke, aber musste immer schnell weiter, weil Vito sie drängte. Niklas kam selten. Liselotte hörte von Friedel und schob die Schuld nicht auf den Ehemann, sondern auf Erna. Sie meinte, die Enkel seien ihr zu viel, sie wolle lieber ihre eigenen Dinge.

Erna war egal. Der dünne Junge war zu einem starken Kerl geworden. Heute, früh am Morgen, kochte sie sein Lieblingsessen und schaute immer wieder aus dem Fenster. Plötzlich kam ein junger Soldat ins Haus und rief leise: Oma, ich bin da, wo bist du?

Erna sprang aus dem Zimmer und legte den Arm um seinen Hals: Friedel, mein lieber Enkel!

Wirst du zu Mama gehen? fragte sie. Er ließ die Gabel fallen und fragte verwirrt: Zu welcher? Zu der, die mich einmal ein Jahr im Jahr besucht hat? Nein, geh nicht. Meine Mama bist du, das steht fest. Und er fing an zu essen.

Erna wischte heimlich eine Träne weg, glücklich über ihren Enkel, die große Unterstützung im Alter. Ihr kleiner Spross, ihr ganzer Stolz.

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„Oh, mein Sohn ist angekommen – Evdokija freut sich sehr!“
He Wanted to Live with Me Himself,” Said the Mother-in-Law as She Closed the Gate